Sozial- und wirtschaftshistorische Studien

Eine Publikationsreihe des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien, die bei Böhlau (Wien - Weimar - Köln) erscheint.
Lieferbare und nicht mehr lieferbare Titel unter: Link

Herausgegeben von: Carsten Burhop, Franz X. Eder, Josef Ehmer, Peter EignerThomas Ertl, Andrea Komlosy, Erich Landsteiner, Andrea Schnöller

Wissenschaftlicher Beirat: Birgit Bolognese-Leuchtenmüller, Ernst Bruckmüller, Alois Ecker, Herbert Knittler, Michael Mitterauer, Andrea Pühringer, Reinhard Sieder, Hannes Stekl, Dieter Stiefel

Die Reihe "Sozial- und wirtschaftshistorische Studien" ist international, transdisziplinär und epochenübergreifend ausgerichtet und wird seit 1972 vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien herausgegeben. Das Herausgebergremium und der Beirat repräsentieren ein breites Spektrum der Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Das besondere Interesse der Reihe gilt der Habsburgermonarchie in ihren Regionen und ihrer internationalen Vernetzung, Studien zu anderen Räumen sind jedoch erwünscht.

In der Reihe werden einschlägige Monographien und Sammelwerke vorgelegt.

Falls Sie Ihr Manuskript für die Reihe einreichen möchten, bitte wir Sie, ein kurzes Exposé über den Inhalt an das Lektorat zu schicken (Andrea Schnöller:andrea.schnoeller@univie.ac.at).
Die Manuskripte werden einem peer review Verfahren unterzogen.

Zuletzt erschienen

Band 38
Ernst Langthaler

Schlachtfelder

Alltägliches Wirtschaften in der nationalsozialistischen Agrargesellschaft 1938-1945, Wien [u.a.] : Böhlau 2016, 940 S., Preis: € 90.00
ISBN: 978-3-205-20065-9 (=Sozial- und wirtschaftshistorische Studien ; 38)
235 mm x 155 mm

Diese Pionierstudie beleuchtet am Beispiel des Reichsgaues Niederdonau alltägliche Kräftefelder zwischen Nationalsozialismus und Agrargesellschaft, in denen ländliche Akteure untereinander und mit NS-Funktionsträgern um Ressourcen rangen. Das Entwicklungsprojekt des völkischen Produktivismus – die Erzeugung eines „rassisch“ und wirtschaftlich leistungsfähigen „Bauerntums“ – blieb zwar in technischer Hinsicht stecken. Jedoch stellte es in institutioneller Hinsicht die Weichen der Agrarentwicklung in Richtung einer alternativen Moderne jenseits von Liberalismus und Kommunismus.

Ernst Langthaler leitet das Institut für Geschichte des ländlichen Raumes in St. Pölten und lehrt als Privatdozent für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien.

Band 37
Klemens Kaps
Ungleiche Entwicklung in Zentraleuropa


Galizien war eine der ärmsten Regionen der Habsburgermonarchie und konnte im späten 19. Jahrhundert nur rudimentär an Industrialisierung und Wohlstandssteigerung anschließen. Die Ursachen für die gescheiterten Modernisierungsprojekte der imperialen Beamten und regionalen Eliten reichen bis in die Frühe Neuzeit zurück, als das spätere Galizien unter polnisch-litauischer Herrschaft zum Rohstofflieferanten Westeuropas abstieg. Die periphere Verflechtung mit überregionalen Märkten akzentuierte sich unter habsburgischer Ägide ab 1772 weiter: Die Wirtschaftspolitik des Wiener Hofs bevorzugte die böhmischen und österreichischen Zentren, geopolitische Umstände und regionale Interessenkonstellationen bremsten Entwicklungsimpulse. Klemens Kaps zeigt, wie die ungleichen überregionalen Verflechtungen im Zusammenspiel mit der imperialen Wirtschaftspolitik Galiziens Entwicklung zwischen 1772 und 1914 behinderten.

Klemens Kaps (Linz, 1980) ist Wirtschafts- und Sozialhistoriker und beschäftigt sich mit räumlicher wirtschaftlicher Ungleichheit in der Habsburgermonarchie zwischen dem 18. und dem frühen 20. Jahrhundert, der staatlichen Wirtschaftspolitik und mit sozialen und ökonomischen Diskursen aus postkolonialer Perspektive. Derzeit forscht er zu Handelsbeziehungen zwischen dem habsburgischen Zentraleuropa und Spanien und der Position von Kaufleuten im 18. Jahrhundert.