WISO-Morgenkolloquium: Verena Weller (Mannheim): „Von Gläubigerinnen und Schuldnerinnen: Frauen im Kreditwesen des mittelalterlichen Montpellier (1293–1348)“

12.11.2025

Kommentar: Margareth Lanzinger

Moderation: Kirsten Wandschneider

Zeit: Mittwoch, 19. November 2025, 9–10 Uhr

Ort: hybrid – Seminarraum WISO, Hauptgebäude Universität Wien (Universitätsring 1), Stiege 6, 2. Zwischengeschoß und via Zoom

Zoom-Link: 
https://univienna.zoom.us/j/64147884198?pwd=i3H6mmou1zg5hdSddyM3WqGCuKKbdP.1  

Meeting-ID: 641 4788 4198 | Kenncode: 896354

Frauen als Kreditgeberinnen und Schuldnerinnen sind erst seit Kurzem ein zentrales Thema der Gender- und Mittelalterforschung. In den letzten 25 Jahren wurden vor allem inoffizielle Transaktionen und kleine finanzielle Vorgänge von Schuldnerinnen und Gläubigerinnen im Kleinkreditsektor für die Wirtschaftsgeschichte interessant. Der Vortrag rückt diese „gewöhnlichen“ Frauen in den Fokus, die im spätmittelalterlichen Montpellier als Gläubigerinnen, Schuldnerinnen oder Bürginnen wirtschaftlich aktiv waren. Grundlage der Untersuchung bilden die Notariatsregister der Stadt aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert – serielle Quellen, die Einblicke in die ökonomische Lebenswirklichkeit vormoderner Gesellschaften ermöglichen. Anhand ausgewählter Fallbeispiele und quantitativer Auswertungen wird gezeigt, dass Frauen trotz formaler Einschränkungen regelmäßig am Kreditwesen teilnahmen. Die Analyse verdeutlicht: Rechtliche Normen und gelebte Praxis lagen dabei oft weit auseinander.

Verena Weller ist Postdoctoral Research Fellow im ERC-Projekt „PatriFem. Charting Female Property and Patrimonial Rights in Law and Practice Across Western Europe (12th–16th Centuries)” an der Universität Genua (PI: Denise Bezzina) und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Mannheim. Von August bis Dezember 2025 ist sie Fellow am WISO.