Michael-Mitterauer-Lecture: Barbara Stollberg-Rilinger, "Trojanische Pferde am Wiener Hof. Maria Theresia und die Aufklärung"

04.03.2024

Zeit: Do, 07.03.2024, 18 Uhr

Ort: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Festsaal, Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger nimmt zum Start der neuen Michael-Mitterauer-Lectures an der ÖAW das widersprüchliche Verhältnis Maria Theresias zur Aufklärungsbewegung in den Blick.


Aufklärung war für Maria Theresia ein Schimpfwort. Sie betrachtete die Bewegung als unerhörte menschliche Anmaßung und gefährliches, gottloses Geschwätz; Klassiker wie Montesquieu oder Diderot waren in der Hofburg streng verboten. Das schloss nicht aus, dass sie in der Sache aufgeklärten Grundsätzen folgte, ohne es zu wissen.

Barbara Stollberg-Rilinger, Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin und Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit, geht in ihrem Vortrag zum Thema "Trojanische Pferde am Wiener Hof. Maria Theresia und die Aufklärung" dem widersprüchlichen Verhältnis der Herrscherin zur Aufklärungsbewegung nach - die ihrerseits höchst ambivalent war. Die Vortragende ist Mitglied mehrerer Akademien. Ihr Forschungsfeld ist die Verfassungs-, Politik- und Kulturgeschichte Europas vom 16. bis 18. Jahrhundert mit einem Fokus auf Rituale und Zeremonien, Metaphern und Symbole.

Barbara Stollberg-Rilinger setzt mit ihrem Vortrag die "Akademievorlesungen" fort, die prominente Vortragende unterschiedlicher Fachgebiete nach Wien bringen. Unter dieser Dachmarke greifen die Michael-Mitterauer-Lectures aktuelle Forschungsfragen der Geschichtswissenschaften auf. Sie sind nach dem 2022 verstorbenen bedeutenden österreichischen Wirtschafts- und Sozialhistoriker Michael Mitterauer benannt und werden die Geschichtswissenschaften in ihrer ganzen Breite abdecken. Mitterauer, auch Doktorvater des Akademiepräsidenten Heinz Faßmann, war ein Pionier, ein kritischer Geist und ein akademischer Lehrer mit Charisma und Engagement. Er hat bei seinen Forschungen die Brücken zu den Nachbardisziplinen überschritten und die personenorientierte Oral History salonfähig gemacht. Das Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte war für viele Jahrzehnte Mitterauers zentrale Wirkungsstätte.

Anmeldung erbeten

Einladung (pdf)

Programm

Begrüßung
* Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
* Margareth Lanzinger, Vorständin des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien

Vortrag
* Barbara Stollberg-Rilinger, "Trojanische Pferde am Wiener Hof. Maria Theresia und die Aufklärung"



20.2.2024